Betreuungsgemeinschaft  

Die Betreuungsgemeinschaft


Ambulant betreute Wohngemeinschaften sind keine Einrichtungen. Die Verantwortung für die Organisation in den ambulant betreuten Wohngemeinschaften liegt nicht bei einem einzelnen Träger, sondern bei den am Wohngemeinschaftsgeschehen beteiligten Personengruppen:
  • Bewohner
  • Angehörige
  • Pflegedienst mit den Pflegekräften
  • Vermieter
  • Europäische Senioren Akademie
Diese Personengruppen bilden eine Betreuungsgemeinschaft mit dem Ziel der Sicherstellung eines Höchstmaßes an Selbstbestimmung und Individualität trotz Hilfebedarfes.

Die Bewohner


Die Bewohner der Wohngemeinschaft (beziehungsweise Angehörige und Betreuer) sind Mieter und "Herr im Haus". Die Bewohner sind dementiell erkrankt und mindestens erheblich pflegebedürftig (Pflegestufe 1). Das soziale Netzwerk (Angehörige, Nachbarn und andere) kann die häusliche Versorgung des zukünftigen Bewohners der Wohngemeinschaft nicht mehr tragen, das heißt die Alternative zum Einzug in die Wohngemeinschaft würde aus der Perspektive des Erkrankten eine stationäre Versorgung in einem Pflegeheim sein. Es können aber auch Bewohner aus einer stationären Einrichtung in die Wohngemeinschaft umziehen.

Die Angehörigen


Die Angehörigen und Bezugspersonen haben die Möglichkeit nicht als Besucher, sondern als Teil der Wohngemeinschaft den Alltag mit zu leben und mit zu gestalten. Sie haben die Möglichkeit sich in die Pflege und Betreuung sowie in die hauswirtschaftliche Versorgung der Wohngemeinschaft einzubringen. Möchten oder können Angehörige keine Versorgungsleistungen übernehmen bleiben sie gern gesehene Besucher und Partner der Wohngemeinschaft. Ziel ist es, im partnerschaftlichen Umgang mit allen Angehörigen, den Bewohnern und dem Team des Pflegedienstes eine umfassende Versorgung zu sichern, die den Bedürfnissen und Möglichkeiten der Beteiligten entspricht. Die Angehörigen sind dabei mit ihren Erfahrungen und Beziehungen zum Bewohner ein besonderer Partner bei der pflegerischen Versorgung. Sie bringen sich in den Pflegeprozess direkt mit ein. Zur Regelung der Angelegenheiten, die die Wohngemeinschaft betreffen, sind die Angehörigen Mitglieder eines Arbeitskreises innerhalb der Europäischen Senioren Akademie, die unterstützende und moderierend zur Seite steht.

Der Pflegedienst


Der Pflegedienst plant im Kontakt zum Bewohner und zu den anderen maßgeblichen Personen die individuelle Pflege und Betreuung und schließt entsprechend einen Pflegevertrag mit den Bewohnern ab, der als Grundlage der Preisgestaltung mit den Kostenträgern (Privatzahler, Sozialamt) verhandelt wird. Mit den Erträgen sichert der Pflegedienst die notwendige gerontopsychiatrische Pflege und Betreuung rund um die Uhr sowie die hauswirtschaftliche Versorgung. Der Pflegedienst steht dabei im ständigen Austausch mit den Angehörigen und arbeitet mit ihnen "Hand in Hand".

Der Vermieter


Der Vermieter akzeptiert Einzelmietverträge, die er in Absprache mit dem Arbeitskreis der Angehörigen für neue Bewohner abschließt. Er schließt die gesamtschuldnerische Haftung des einzelnen Mieters aus und kommt damit einer Auflage der Amtsgerichte nach, welche die Vermietung an Menschen mit Demenz sonst verhindern könnten.

Die Europäische Senioren Akademie


Die Europäische Senioren Akademie moderiert die Arbeitskreise der Angehörigen der Wohngemeinschaft. In dem Arbeitskreis sind Angehörige und Bewohner (wenn möglich) vertreten. Bei Bedarf kommen Vertreter des Pflegedienstes oder der Vermieter hinzu. Der Arbeitskreis regelt im Konsens:

  • die Neuaufnahme von Bewohnern,
  • Einrichtung und Möblierung der Wohngemeinschaft mit eigenem Inventar,
  • Begleitung und Bewertung der Leistungen des Pflegedienstes einschließlich des Personaleinsatzes.
Zusätzliche moderiert und koordiniert die Europäische Senioren Akademie die Beziehungen zwischen dem Pflegedienst, den Angehörigen, dem Vermieter und den Bewohnern. Darüber hinaus unterstützt die Europäische Senioren Akademie die Wohngemeinschaft durch die Qualifizierung von ehrenamtlichen "Alltagsbegleitern für Menschen mit Demenz". Diese werden in die Versorgung innerhalb der Wohngemeinschaft einbezogen und auf der Grundlage einer spezifischen Qualifizierung, einer schriftlichen Vereinbarung und einer definierten Zeitplanung in die Betreuung einbezogen.
Weitere Infos zum Thema »Wohngemeinschaft für Demenzkranke«